Montag, 14. April 2014

Editorial 107

Liebe Wetterinnen und Wetter,

waren Sie schon mal auf der Rennbahn? Haben die Atmosphäre geschnuppert? Ihr Geld auf Sieg oder Platz gewettet und richtig mitgefiebert? Ging ja dann auch um mehr als nur um den Einlauf und um chice Hüte. Und haben Sie schon mal bei WIN, PLACE & SHOW auf mich, auf Hold on Harry vom Red River Farm Stable gesetzt und 15 für 1 kassiert? Da kochen doch die Emotionen, oder?!
Und beim Spiel des Jahres? Sind Sie da ähnlich bewegt dabei? Warum nur? Ich kann da so gar nicht mitfühlen. Weder Sie noch ich verdienen an der Entscheidung über Sieg oder Platz, wenn Sie nicht gerade Verleger oder Autor sind. Warum wird dann wie jedes Jahr in den einschlägigen Foren darüber diskutiert, welches Spiel wohl das Rennen machen wird, das rote oder graue Band angeheftet bekommt? Ich hätte auch fast darauf gewettet, dass bis zum Redaktionsschluss Ruhe ist. Wenigstens für sechs Wochen nach der Nürnberger Messe. Flötepiepen! Nur drei Tage vor Redaktionsschluss und meinem Wettgewinn spekulierte die Szene … und dann noch mit LOVE LETTER als Aufmacher. Wenn ich Buchmacher und kein Rennpferd wär', dann würde ich eine hübsche Quote dagegen anbieten, noch schlechter als meine eigene im meinem Rennen. Vielleicht so um die 20, 30 oder 50 für 1. Warum ich die Quote so hoch ansetze? Aus reiner Erfahrung, denn als altgedientes Rennpferd kenne ich doch meine Pappenheimer. Was soll man auch erwarten als eine hübsche Außenseiterquote für LOVE LETTER. Ist doch gerade zum ersten Mal nach mehr als 30 Jahren ein kleines und dann auch noch ein Kartenspiel zum Spiel des Jahres geworden ist. Dass das überhaupt nie nicht passiert, darauf hätte ich vor HANABI mit Sicherheit meinen Arsch verwettet.
Aber warum wetten wir überhaupt jedes Jahr auf die Entscheidungen der Jury? Oder wollen wir nur über deren Siegerspiel wettern? Suchen wir Kenner etwa Bestätigung bei der Jury, dass wir deren Job genauso gut machen könnten? Oder wollen wir nur mit dem Finger auf die Jury zeigen, weil deren Wahl in unseren Augen noch jedes Jahr nur daneben gehen kann. Oder brauchen wir die Entscheidung als Reibungspunkt, so wie ich meine Flanke so gerne am Stallpfosten schubber oder mich auf dem Rasen wälze, um lästige Parasiten los zu werden?
Da sind die Pferdchen und Reiter aus anderen Verlagen deutlich mehr angespannt. Sogar die, die sowieso immer nur Außenseiterchancen haben. Wissen die das gar nicht, dass sogar ich als Buchmacher gegen sie wetten würde. Bevor irgendein Pferdchen aus den Ställen von Mattel, Piatnik oder Hasbro auf dem ersten Platz einreitet, fress' ich den sprichwörtlichen Besen. Und der aktuelle Versuch Mattels, mit 'nem lahmen Klepper wie KRONEN FÜR DEN KÖNIG ins Rennen zu gehen, zeugt von … hier schweige ich altgedientes Rennpferd … vielleicht auch nur von totaler Selbstüberschätzung. Wie sagen wir in unserem Stall immer so schön: Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer und ein Yu noch keinen Brück. Und auch der Nürnberger Spielkarten Verlag kann sich alle Chance abschminken. Hat mit QWIXX nicht geklappt, wird also frühestens wieder in 30 Jahren klappen.
Und wollen Sie immer noch wissen, was das rote und welches das graue Spiel des Jahres wird? Wirklich? Wenn's unbedingt sein muss, dann könnten Sie sich eigentlich schon selbst einen Reim darauf machen. Welche Spiele standen während unserer letztjährigen Scoutaktion ganz oben auf dem Regal? Welche sind davon als Familienspiel geeignet und welche als Vielspielerspiele mit grauer Mähne? Sie wissen es. Und für die Neuheiten aus Nürnberg bieten wir Ihnen auch dieses Jahr wieder unsere altbewährten Quoten an. Meine Knechte und ich sind ganz erfahrene Buchmacher, kennen genauso gut wie die Jury die sicheren Spitzenreiter und die ewigen Außenseiter. Könnte aber dennoch passieren, dass – wie mit DIXIT - ein Außenseiter gewinnt. Meine Knechte sind ja ziemlich von einem Spiel aus dem Stall der Ravensburger überzeugt, aber das ist – oh Wunder! - ein Kartenspiel mit faktisch nur geringen Chancen auf irgendeinen Preis, bestenfalls noch für auf graue Band als Expertenkartenspiel. Immerhin hat das Spiel sicher gute Chancen auf dem Spieltisch. Man muss nur auf den richtigen Dreh kommen. Sie schaffen das. Aber werfen Sie ruhig einen Blick auf unsere diesjährigen Quoten … und statt sich an unseren Entscheidungen abzuarbeiten, dürfen Sie all diese Spiele demnächst spielen und unsere Quoten dann mit Ihrer Einschätzung abgleichen.

Ihr Harry

Freitag, 11. April 2014

Fairplay 107 - April bis Juli 2014

Der Inhalt

Kommentare und Reportagen

  • Messebericht mit Quoten, Kurzvorstellungen und Rückblick auf 2013
Kritiken
  • Rampage
  • Citrus
  • Trains
  • Strandspiele
  • Madeira
  • Glück Auf
  • Auf geht's!
  • Das Labyrinth des Pharao
  • Caverna
  • 7 Days Of Westerplatte
  • Amerigo
  • Die Glasstraße
Rubriken
  • Editorial
  • Inhaltsverzeichnis
  • Montagsmaler
  • Strategie-Genie
  • Rückblick: Fairplay 28
  • Ausgewürfelt
  • Jugend spielt: Carcassonne Südsee
  • Nachschlag: Kingdom Builder - Crossroads, Sag’s Mir -Personen und Filme
  • Fastfood: Kronen für den König, Galapagos
  • à la carte: Fünf Gurken, Light Line, Glastonbury, Basari, Ugo!
  • Kinderportion: Doodle Monster, Zicke & Zacke - Ran an die Federn
  • last win of the promos
  • ausSCHACHtungen: Six Making, K-Schach
  • Preisrätsel: Gute Wahl: Kombinatorik mit Kartendecks
  • Wir spielen gern ...
  • Bestenliste
  • Noten

Montag, 23. Dezember 2013

Editorial 106

Liebe Leserinnen und Leser,

das haben wir doch gut hinbekommen. Neue Hallen, neue Hallenaufteilung und unser Stand ist so wie immer. Und auch der Einsatz meiner Knechte. Hätte auch gar nichts anderes erwartet. Nur manchmal kam ein Verirrter Messebesucher mit hörbarer Erleichterung an unseren Stand: „Ach … hier seid ihr!“ Kann ich gut nachvollziehen, fühlte ich mich doch auch zeitweilig verloren. In manchen Gängen hab' ich keinen Überblick mehr gehabt. Waren das schon immer so viele Stände? Ein komisches Gefühl, sich wieder als absoluter Neuling zu fühlen, auf Entdeckungstour zu gehen, ein klein wenig überfordert zu sein. Meine alte innere Landkarte konnte ich ja komplett abschreiben, dabei hat man als Pferd doch gemeinhin einen guten Riecher, vertraut seiner Witterung. Immerhin bin ich so auf Klaus Geis gestoßen, der mir sein EBBES in humorvoller pfälzer Mundart so toll erklärte, dass ich den Mann auf der Stelle als Stallalleinunterhalter engagiert hätte.
Trotzdem hab' ich so manche Stände nicht auf Anhieb gefunden. Hatte es nicht immer auf dem Schirm, dass mancher Kleinverlag nur ganz klein auf einer größeren Standfläche präsent war und mir so gar nicht ins Auge springen wollte. Natürlich alles meine Schuld. Ich hätte mich einfach besser vorbereiten, hätte die Hallenpläne ausdrucken müssen, aber bloß nicht die vom Veranstalter. Damit, habe ich gehört, wird man nix. Da gibt’s einen Fan, der die Pläne für Fans aufbereitet. Ich konnte nur ganz kurz einen Blick auf so einen Plan werfen und leider fast nix erkennen. Trotz DIN-A3. Der professionelle Essen-Besucher hatte so viele handschriftliche Bemerkungen hinzugefügt, so viele Stellen mit Textmarker markiert, dass ich kaum den Eindruck eines sinnhaften Plans, dafür den eines Kunstwerkes hatte. Also, lieber professionell vorbereiteter Messebesucher: Darf ich mir Ihren Plan an die Stallwand hängen?
Was ich mir noch an die Wand hängen würde, wäre eine fette Strichliste, um all die Diskussionen abzuhaken, die in schöner Regelmäßigkeit im Lichte der Öffentlichkeit auftauchen. Dabei meine ich natürlich nicht das ewige Orakeln, welche Spiele man in Essen unbedingt kaufen muss. Nee, nur 'ne ganz alte Geschichte, die wir in einer berühmt berüchtigten Fairplay-Kreiseldiskussion schon vor mehr als 20 Jahren abgearbeitet haben. Wie muss Spielejournalismus sein und wie kann man den professionalisieren, um damit das breite Publikum anzusprechen?
Nur dass das schon klar ist: Ich lasse für Sie schreiben, und Sie sind Fachpublikum. Uns kauft niemand am Kiosk. Trotzdem ist ein gewisser Unterhaltungsfaktor wichtig. Manchmal werde ich geradezu ungnädig, wenn ich wieder und wieder Regelnacherzählungen lesen muss. Leute, dass muss doch nicht sein. Oder sind Sie der Meinung eines Lesers von vor 20 Jahren, dass wir doch bitte die Anleitung abdrucken sollten. Nur dann hätte er die Chance, sich selbst einen Eindruck vom Spiel machen und es quasi selbst rezensieren zu können. Damals haben wir einhellig gedacht: Was für ein Oberblödsinnsschwachsinn.
Und heute? Sie lesen vielleicht auch bereits die Regeln von Spielen, die noch gar nicht veröffentlicht sind. Sind Sie sich wirklich sicher, dass das Spiel dann in Ihrer Gedankenwelt nicht vorverurteilt wird oder anders herum, viel positiver gesehen wird als später in der Realität. Dass Sie, wenn Sie's spielen, dann nur noch die Bestätigung Ihrer vorgefertigten Meinung suchen. Vorsicht, Vorsicht! Erliegen Sie bloß nie der Verlockung, sich selbst sagen zu hören: „Das habe ich doch schon vorher gewusst.“ Reiben Sie sich im Zweifel lieber an den Meinungen meiner Knechte. Die haben zumeist schon über eine lange Zeit Erfahrung unter meiner Knute sammeln dürfen, die wissen also, wie's laufen muss.

Schon mal schöne Feiertage … spielen Sie schön alte und neue Spiele, und bleiben Sie neugierig.

Und was ich mir wünsche?! Denken Sie auf keinen Fall schon an die Nürnberger Neuheiten. Essen ist immer noch nicht abgefrühstückt.

Ihr Harry

Freitag, 20. Dezember 2013

Fairplay 106 - Januar bis März 2014

Der Inhalt

Kommentare und Reportagen
  • Messebericht
  • Kommentar Scoutaktion
  • Fairplay Scoutnoten
  •  À la carte Spielepreis
  • SpieleMA e.V.
  •  Spielen auf dem iPad: Kunterbunt und Zicke Zacke Hühnerkacke
Kritiken
  • Nations
  • Der Millionen-Coup
  • Nauticus
  • Spyrium
  • Russian Railroads
  • Finger weg!
  • Sanssouci
  • Kashgar
  • Francis Drake
  • Love Letter
  • Yunnan
  • Rokoko
  • ebbes
  • Maus & Mystik
  • Concept
Rubriken
  • Editorial
  • Inhaltsverzeichnis 
  • Nachschlag: Der Hobbit - Smaugs Einöde
  • à la carte: Zweins, Wo hat der Rauhaardackel sein h gelassen, Nullern, Sanduhren
  • Kinderportion: Speed Cups, Pipifax, Vaca Loca
  • Jugend spielt: Doodle Jump
  • ausSCHACHtungen: Octonovem
  • Rückblick: Fairplay 27
  • Wir spielen gern ...
  • Preisrätsel
  • Im Spiegelkabinett
  • Bestenliste
  • Noten

Freitag, 25. Oktober 2013

Tagesergebnisse der Scoutaktion 2013

Wir aktualisieren hier die Rangliste unserer Scoutaktion am Ende des jeweiligen Messetages, beginnend mit dem Messefreitag.